Was ist Versorgungsmanagement?

Seit Mai 2011 beschäftigen wir uns an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) in Forschung und Lehre mit unterschiedlichsten Aspekten des Versorgungsmanagements. Die Studierenden sollen im Rahmen der Veranstaltungen lernen, wie sich Kostenträger im deutschen Gesundheitswesen vor dem Hintergrund zahlreicher Herausforderungen vom „Verwalter zum Gestalter“ entwickeln. Es werden durch die im Rahmen selektiver Vertragsformen bestehenden Möglichkeiten aufgezeigt, die Gesundheitsversorgung effektiver und effizienter gestalten zu können. Damit soll ein wichtiger Beitrag dazu geleistet werden, das deutsche Gesundheitswesen langfristig finanzierbar(er) und wettbewerbsfähig zu erhalten.

 

Wesentliche Merkmale des Versorgungsmanagements liegen demnach in den folgenden Aspekten:

1. Prognose zu erwartender Veränderungen, künftiger Bedarfe und Ressourcen

2. Kostenträger und Leistungserbringer als die treibenden Kräfte der Umsetzung des Versorgungsmanagements

3. Aktive Gestaltung des Versorgungsprozesses der Versicherten

4. Ausschöpfung sämtlicher Potenziale zur Steigerung der Effektivität und der Effizienz

5. Schnittstellenproblematik: Übergang in die verschiedenen Versorgungsbereiche

6. Neue Versorgungsformen als Testplattform vor der breiten Implementierung

 

"[Das Versorgungsmanagemennt] hat zum Ziel, die Trennung der verschiedenen Versorgungssektoren zu überwinden oder ihre Folgen zu neutralisieren und durch die Optimierung der Behandlungsabläufe vom Beginn der Erkrankung bis zu ihrem guten oder bitteren Ende die Effektivität und Effizienz der Versorgung zu steigern." [Pfaff 2010]